Textilrecycling und Gebrauchtkleiderhandel sind sozial ausgewogen, ökonomisch richtig und ökologisch notwendig

Für gut erhaltene gebrauchte Kleidung gibt es einen weltweiten Bedarf. Viele Menschen schätzen bei geringeren oder sogar gleichen Preisen die bessere Qualität der Stoffe und die modischeren Schnitte der Sammelware. "Unsere Kunden überall auf der Welt wollen keine Almosen, sondern selbst entscheiden, welche Ware sie für ihr Geld erwerben wollen," betont Michael Sigloch, Vorsitzender des Fachverbandes Textilrecycling im bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung.

10 Fragen und Antworten zum Textilrecycling
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Alttextilien werden in der Bundesrepublik Deutschland auf sehr unterschiedliche Arten eingesammelt. Zum Beispiel durch Haussammlungen, Straßen und Containersammlungen, zum Teil aber auch durch direkte Abgabe beim Textil-Recycler oder bei karitativen Altkleiderkammern. Die Sammlungen werden teilweise auch durch karitative und kirchliche Einrichtungen durchgeführt, vor allem aber von Recyclingfirmen, wobei auch Kooperationen zwischen Firmen und Einrichtungen stattfinden. Die kirchlichen und karitativen Einrichtungen erzielen aus der Zusammenarbeit Erlöse, die sie für ihre Aufgaben verwenden können; daneben erhalten sie die Möglichkeit, beste Sammelware für ihre Kleiderkammern zurückzuhalten.

Das Textilaufkommen beläuft sich in Deutschland schätzungsweise auf 28 kg/Bundesbürger. Das hat etwas damit zu tun, dass die Kleidung entsprechend den herrschenden Modetrends immer häufiger gewechselt wird. Genau das ist auch der Grund, so Sigloch, warum die Kleidung oftmals nicht aufgetragen ist und deshalb weiterverwendet werden kann. Es wäre tatsächlich ein Skandal, wenn getragene, aber immer noch qualitativ hochwertige Kleidung nicht wieder weiter verwendet sondern einfach verbrannt würde, so der FTR im bvse.

"Die Erfassung, Aufbereitung und Vermarktung der Gebrauchtkleidung kostet Geld, das aus den Erlösen für die Ware finanziert wird. Die Bürgerinnen und Bürger werden für die ord-nungsgemäße Entsorgung der Altkleider nicht zur Kasse gebeten. Gleichzeitig ermöglichen wir den karitativen Lizenzgebern, freie Mittel für ihre soziale Zwecke zu erwirtschaften," erklärt Michael Sigloch, Vorsitzender des bvse-Fachverbandes Textilrecycling.

Der stellvertretende Vorsitzende des FTR im bvse, Rainer Binger, weist auch den Vorwurf zurück, dass durch die Wiederweiterverwendung von Kleidung die Textilindustrie in Afrika zerstört worden sei. Binger: "Es ist vielmehr so, dass asiatische Textilhersteller den dortigen Markt mit billiger Kleidung regelrecht überschwemmt haben. Das ist übrigens ein weltweites Phänomen, das auch die europäische Textilindustrie mit schwerwiegenden Folgen, etwa für die Arbeitsplätze, getroffen hat." Im Übrigen, so Binger, habe eine Studie des Fachverbandes FairWertung schon 2009 festgestellt, dass viele tausend Kleinhändler in Afrika von dem Handel mit Alttextilien leben. Deutlich mehr, als je in der afrikanischen Bekleidungsindustrie gearbeitet haben.

FTR-Vorsitzender Sigloch ergänzt, dass das Textilrecycling und der Gebrauchtkleiderhandel sozial ausgewogen, ökomomisch richtig und ökologisch notwendig sind. Für den bvse ist die Sammlung von gebrauchten Textilien und deren Weiterverwendung daher alternativlos und sinnvoll. "Der FTR im bvse ist stolz auf die Leistung seiner Mitgliedsunternehmen, die in einem schwierigen Umfeld Hervorragendes leisten." 

 

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