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Forderung nach Abfallvermeidungszielen und separate Wiederverwendungsquoten

Derzeit erarbeitet die Europäische Kommission in Brüssel ein Kreislaufwirtschaftspaket, mit dem die europäische Abfallpolitik neu gestaltet werden soll. Auf der heute in Brüssel stattfindenden ReUse-Conference forderten die Konferenzveranstalter die Europäische Kommission dazu auf, Mehrwegsysteme viel stärker als bisher im aktuellen EU-Kreislaufwirtschaftspaket zu berücksichtigen.

Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Europäische Verband der Getränkefachgroßhändler (CEGROBB), die Vereinigung kleiner und mittelständischer Brauereien in Europa (S.I.B.) und die Reloop-Plattform wollen, dass hierzu müssten verbindliche Ziele zur Abfallvermeidung, Wiederverwendung und zum Ressourcenverbrauch festgelegt werden.

Mehrwegsysteme spielen eine besonders wichtige Rolle bei der Umsetzung der fünfstufigen europäischen Abfallhierarchie. Nicht vermeidbare Abfälle sollen in abnehmender Prioritätenfolge wiederverwendet, recycelt, verwertet oder beseitigt werden. Mehrwegverpackungen entsprechen dieser Zielfolge in idealer Weise und schneiden besser ab als das Recycling. Die Wiederverwendung von Verpackungen und Produkten spart im Vergleich zur ständigen Neuherstellung nicht nur Ressourcen ein, vermeidet Abfälle und schützt das Klima, sondern ist auch ein Motor zur Schaffung grüner Arbeitsplätze in der Region.

Damit wirksame Maßnahmen zur Abfallvermeidung und zur Förderung der Wiederverwendung ergriffen werden, braucht es nach Ansicht des DUH-Bundesgeschäftsführers Jürgen Resch klare Vorgaben zur Verringerung des Aufkommens von Siedlungsabfällen. „In Europa muss ein Umdenken stattfinden. Abfälle sollten nicht als gegeben hingenommen, sondern aktiv vermieden werden. Zielquoten zur Abfallvermeidung stärken Maßnahmen zur Wiederverwendung und tragen zum Aufbau von Mehrwegsystemen bei. Die Wiederbefüllung von Mehrwegflaschen und der Transport von Obst und Gemüse in Mehrwegkisten werden einen Sprung nach vorne machen.“ Für Restabfälle sollte ein Ziel von maximal 150 kg in 2025 und 130 kg in 2030 pro Jahr und Einwohner gelten. Für Verpackungsabfälle sollte das Ziel maximal 120 kg in 2025 und 90 kg in 2030 pro Jahr und Einwohner betragen. Im Durchschnitt verursacht jeder Europäer derzeit etwa 260 kg Restabfälle und etwa 160 kg Verpackungsabfälle.

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