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Umsatzerlöse bei ALBA SE um 41,5 % zurückgegangen

In ihrem aktuell veröffentlichten Geschäftsbericht 2016 erläutert die ALBA SE ihre Ertragslage. Die Entwicklung der Umsatzerlöse liegt im Geschäftsjahr 2016 unter dem Vorjahresniveau. Gegenüber dem Vorjahr verringerten sich diese insbesondere aufgrund geringer Mengen und niedrigerer Preise um 424,6 Mio. Euro (41,6 %) auf 597,0 Mio. Euro.

ALBA SE GB 2016Ein wesentlicher Grund hierfür waren die bewusst reduzierten Mengen der Europe Metals B.V. sowie des Standortes Amsterdam der ALBA Scrap Trading B.V. Mit 43,0 % sank die Summe aus Materialaufwand und Bestandsveränderung gegenüber dem Vorjahr stärker als die Umsatzerlöse, sodass sich die Rohertragsquote auf 15,2 % verbessert. Positiv auf die Rohertragsquote wirkte sich auch die oben genannte Reduzierung der Mengen aus.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 23,6 Mio. Euro (53,7 %) auf 20,3 Mio. Euro gesunken. Der Rückgang resultiert in Höhe von 9,2 Mio. Euro aus den im Berichtsjahr nicht mehr vorhandenen Erlösen der INTERSEROH Management GmbH. Zusätzlich sind die Währungskursgewinne um 7,4 Mio. Euro niedriger, die in der Vergangenheit zum Großteil durch die Geschäftsaktivitäten am Standort Amsterdam ausgelöst wurden. Des Weiteren sind im Vorjahr um 5,8 Mio. Euro höhere Veräußerungsgewinne aus dem Abgang von Gesellschaften und Standorten entstanden.

Die Reduzierung der Personalaufwendungen um 14,7% ist insbesondere auf die gesunkene Mitarbeiterzahl infolge der Portfoliooptimierung zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 38,1 Mio. Euro (39,3 %) geringer. Wesentlich dafür waren um 14,6 Mio. Euro reduzierte Aufwendungen für Ausgangsfrachten, Transport- und Lagerkosten sowie geringere Betriebs- und Verwaltungsaufwendungen in Höhe von 15,4 Mio. Euro. Davon entfielen 9,3 Mio. Euro Aufwendungen, die im Zusammenhang mit erbrachten IT-Dienstleistungen der INTERSEROH Management GmbH standen. Korrespondierend zu den niedrigeren Währungskursgewinnen innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge sanken auch die Währungskursverluste um 9,3 Mio. Euro. Demgegenüber standen höhere Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 5,2 Mio. Euro.

Das EBITDA des fortgeführten Geschäftsbereichs – Stahl- und Metallrecycling sowie ALBA SE – in Höhe von 5,0 Mio. Euro, liegt um 4,4 Mio. Euro (46,8 %) unter dem Vorjahreswert. Die verminderten Geschäftsaktivitäten im Vorgriff auf die Veräußerung als auch die Veräußerung selbst der Europe Metals B.V. beziehungsweise des Standortes Amsterdam haben allerdings zu einem zusätzlichen Aufwand in Höhe von 6,7 Mio. Euro geführt.

Das EBITDA 2016 inklusive des aufgegebenen Geschäftsbereichs Dienstleistung beträgt 38,1 Mio. Euro und liegt damit um 3,2 Mio. Euro oder 7,7 % unter dem des Vorjahres (41,2 Mio. Euro). Damit ist das EBITDA deutlich besser als prognostiziert.

Die Verbesserung des Finanzergebnisses um 4,8 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus geringeren Zinsaufwendungen. Diese stehen im Zusammenhang mit der Reduzierung der Geschäftsaktivitäten bei der Europe Metals B.V. sowie mit niedrigeren Cash-pool-Verbindlichkeiten der ALBA Scrap and Metals Holding GmbH.

Nach –21,1 Mio. Euro im Vorjahr beträgt das EBT –3,0 Mio. Euro im Berichtsjahr. Die Verbesserung resultiert im Wesentlichen aus nicht wie in dem Vorjahr angefallenen außerplanmäßigen Abschreibungen auf Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte.

Verwaltungsratschef Schweitzer sieht die ALBA SE gut aufgestellt

Für den Bereich Stahl- und Metallrecycling erwartet Dr. Axel Schweitzer im laufenden Jahr weiter einen mit zahlreichen Unsicherheiten behafteten Markt. Das Unternehmen habe aus den seit Jahren schwierigen Rahmenbedingungen im Schrottmarkt frühzeitig die Konsequenzen gezogen und das Stahl- und Metallrecyclinggeschäft mit dem klassischen Entsorgungsgeschäft der ALBA Group eng verzahnt. Vor diesem Hintergrund habe man sich konsequent von Unternehmen und Standorten getrennt, mit denen die geplanten Strukturoptimierungen nicht erreicht werden können.

Schweitzer wörtlich: "Unsere Planungen für 2017 berücksichtigen deshalb anhaltend schwierige Bedingungen. Aufgrund unserer Maßnahmen rechnen wir aber für das laufende Geschäftsjahr nicht nur mit einem positiven EBITDA, sondern auch mit einem positiven EBT."

Sehr zufrieden zeigte sich der Verwaltungsratsvorsitzende der ALBA SE mit dem Segment Dienstleistung. Durch geschäftsmodellbedingte periodenfremde Effekte aus dem operativen Systemgeschäft wurden das für 2016 prognostizierte EBT und EBITDA weit übertroffen. Das EBT stieg von 31,1 Millionen Euro auf 32,5 Millionen Euro. Hierzu kam es infolge geringerer Abschreibungen der zur Veräußerung bestimmten langfristigen Vermögenswerte. "Insgesamt ist es uns gelungen, die Umsatzerlöse im Dienstleistungsgeschäft um fast 20 Millionen Euro zu steigern. Maßgeblich dazu beigetragen haben das duale System Interseroh sowie der internationale Bereich des Verkaufsverpackungsrecyclings", bilanzierte Schweitzer.

Die ALBA SE ist nach Auffassung von Axel Schweitzer für zukünftigen Herausforderungen gut aufgestellt. "Alle Maßnahmen, die wir gemeinsam mit unserer Muttergesellschaft ALBA Group auf den Weg gebracht haben, ermöglichen es uns, einerseits Preissenkungen für Schrotte abzufedern und andererseits von einer Erholung der Märkte zu profitieren."

Der komplette Geschäftsbericht 2016 zum Herunterladen: ALBA SE Geschäftsbericht 2016

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