Der bvse informiert den Mittelstand über Abfall, Sekundärrohstoffe, Recycling und Entsorgung.

Menu
Sie sind hier:

Es ist noch nicht zu spät, die Welt zu retten

Bremen. Als große Herausforderung bezeichnete der TV-Journalist und Umweltschützer Dirk Steffens auf der Jahrestagung des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, die Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen auf dieser Erde zu erhalten.

Anders als bei der Klimaerwärmung, die nicht mehr verhindert, sondern höchstens noch begrenzt werden kann, sieht Steffens eine echte Chance, dass die Menschheit diese Herausforderung meistern kann. 

Der Erhalt der Artenvielfalt sei auch im ureigensten Interesse der Menschheit, denn in unserer global vernetzten Welt spielen der Schutz von Ökosystemen sowie geschlossene Kreisläufe für die Deckung des Rohstoffs- und Nahrungsmittelbedarfs eine überlebenswichtige Rolle.

Dabei komme es auf die persönliche Verantwortung jedes Einzelnen für den Schutz der Umwelt und einen vernünftigen Umgang mit der begrenzten Biokapazität der Erde und ihrer Ressourcen an. Dies machte der von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks zum offiziellen UN-Dekade-Botschafter für biologische Vielfalt berufene TV-Journalist Dirk Steffens in seinem Vortrag am 23. September auf der bvse-Jahrestagung mit Nachdruck deutlich.

Der durchschnittliche Ressourcenverbrauch der Menschheit liege Berechnungen zum ökologischen Fußabdruck zufolge bereits heute so hoch, dass 1,5 Planeten Erde benötigt würden, um den Ressourcenbedarf weltweit dauerhaft zu decken. „Es ist also höchste Zeit, unser Verhalten zu ändern und Kreisläufe wieder zu schließen, um mindestens zum Faktor 1 zurückzukehren“, lautete die Aufforderung des Wissenschaftsjournalisten.

Anschaulich machte der Terra-X-Moderator auch die verheerenden Auswirkungen der globalen Erderwärmung. Nach derzeitigen Erkenntnissen ließe der durch den Treibhausgaseffekt hervorgerufene Temperaturanstieg in Grönland jährlich 275 Gigatonnen Eis schmelzen. „Dies entspricht ca. 10.000 LKW-Ladungen, die pro Minute, Tag und Nacht, 365 Tage im Jahr in den Ozean gekippt werden“, so Steffens. Die dramatischen Folgen liegen für Steffens auf der Hand: Zum einen wird der damit gleichzeitig verbundene Anstieg des Meeresspiegels in Zukunft für größere Landüberflutungen sorgen und mit der entsprechenden Verknappung des Lebensraumes zu unvorstellbaren Flüchtlingsströmen weltweit führen. Zum anderen wird die Vergrößerung der Meeresoberfläche zu weiteren Wetterveränderungen beitragen. „In der ehemaligen Eiswüste Grönland werden heute Erdbeeren „aus regionalem Anbau“ angeboten“, verdeutlichte Steffens die bereits sichtbaren Folgen des globalen Temperaturanstiegs.

Eine große Gefahr für das vernetzte Ökosystem Erde sei aber vor allem das Artensterben. Alleine in einem Zeitraum von 40 Jahren habe sich beispielsweise der Bestand wilder Elefanten von ca. 1 Million freilebender Elefanten im Jahr 1970 auf heute rund 400.000 dezimiert und in wenigen Jahrzehnten werden wilde Elefanten ganz ausgerottet sein, prognostizierte Steffens. Verantwortlich hierfür sei vor allem die in den letzten Jahren beängstigend gestiegene systematische Wilderei global agierender Mafiabanden. Hintergrund für das gezielte Ausrotten der grauen Riesen seien Spekulationsgeschäfte mit dem wertvollen Elfenbein, das in Asien in riesigen Lagerbeständen gehortet wird und schon heute den Goldpreis bei weitem übersteigt.

„Die Situation ist bereits dramatisch, aber es ist noch nicht zu spät, die Welt zu retten”, gab sich der Umweltbotschafter dennoch überzeugt. „Wenn sich der Mensch als Teil dieses komplex vernetzten Ökosystems begreift und handelt, können noch viele Probleme gelöst und Schutzräume geschaffen werden, die die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten und damit eine unserer Lebensgrundlagen erhalten.“

Icon Mitglieder Mitglied werden Presse top