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Marktbericht 2016/2017: Entsorgungsauflagen beschränken das Ressourcenpotential der Sonderabfälle

Die verstärkte wirtschaftliche Tätigkeit in Deutschland wirkt sich auch auf die zur Verfügung stehenden Sonderabfallmengen aus. So führt die in 2016 deutlich gestiegene Produktion dazu, dass vermehrt gefährliche Abfälle anfallen. Die mittelständische Sonderabfallwirtschaft konnte auf diese Weise ihre Erfassungsmengen in 2016 um fast 4 % steigern. Auch bisher boomt die deutsche Wirtschaft. Dennoch wird im Jahr 2017 nur noch ein geringer Anstieg der Sonderabfallmengen erwartet.

„Immerhin sind 407 der gelisteten 839 Abfallarten als gefährlich eingestuft. Damit umfasst die Sonderabfallentsorgung einen sehr großen Mengenstrom bei der Abfallentsorgung - auch wenn sich dieser Mengenstrom in sehr viele unterschiedliche Teilströme aufgliedert. Diese gefährlichen Abfälle decken eine große Stoffbreite ab und bergen ein enormes Ressourcenpotenzial für die Wirtschaft“, so Schmidt. Gefährliche Stoffanteile werden durch die Sonderabfallbehandlung von den enthaltenen Wertstoffen abgetrennt. So werden beispielsweise Lösemittel von den in Verunreinigen befreit und der weiteren Verwendung zugeführt. Die Sonderabfallverwertung reduziert auf diese Weise die gefährlichen Stoffanteile. Der verbleibende deutlich kleinere Schadstoffanteil wird das umweltgerecht beseitigt. Durch die Sonderabfallbehandlung führen die Entsorgungsunternehmen die zurückgewonnenen Sekundärrohstoffe in die Wirtschaftskreisläufe zurück.

Bedrängt sehen sich die Unternehmen der Branche durch die hohen Kosten für das Sammeln, Lagern, Behandeln und Aufbereiten der gefährlichen Abfälle. „Der Gesetzgeber verschärft beständig seine Auflagen für das Aufbereiten und Verwerten von Sonderabfällen“, kritisiert Werner Schmidt, Vorsitzender des Fachverbands Sonderabfallwirtschaft im bvse. „Darüber hinaus verteuern die Preiserhöhungen für die Beseitigungsanteile die bestehende Sonderabfallentsorgung“, so Werner Schmidt. „Dabei werde oftmals verkannt, dass es gerade die mittelständischen Unternehmen sind, die im Gegensatz zur öffentlich-rechtlichen Sonderabfallentsorgung mit Hilfe moderner Aufbereitungstechniken die stoffliche Verwertung vorantreiben und nicht einseitig auf die Verbrennung setzen.“

 

 

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