Der bvse informiert den Mittelstand über Abfall, Sekundärrohstoffe, Recycling und Entsorgung.

Sie sind hier:

Die spanische Saica-Gruppe übernimmt den deutschen Verpackungshersteller Thimm.

Die Inhaberfamilie des Wellpappspezialisten hat sich zum Verkauf des Unternehmens entschlossen, wie beide Seiten mitteilten. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigungen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Thimm mit Sitz in Northeim zählt zu den führenden Anbietern von Wellpappverpackungen und Displays in Europa. Das 1949 gegründete Familienunternehmen beschäftigt mehr als 2.500 Mitarbeiter in Deutschland, Polen, Tschechien und Rumänien und verfügt über eine Produktionskapazität von 1,2 Milliarden Quadratmetern Wellpappverpackungen. Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete Thimm einen Umsatz von rund 539 Millionen Euro.

Käufer ist die spanische Saica-Gruppe mit Hauptsitz in Saragossa. Das 1943 gegründete Familienunternehmen zählt zu den größten Papier- und Verpackungsherstellern Europas. Saica beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 12.000 Mitarbeiter und erzielte 2025 einen Umsatz von knapp 4 Milliarden Euro. Die Gruppe betreibt 112 Standorte in Westeuropa, Polen und den USA.

Mit der Übernahme stärkt Saica insbesondere ihre Präsenz in Deutschland sowie in weiteren mittel- und osteuropäischen Märkten, in denen das Unternehmen bislang nicht vertreten war. Die bestehenden Standorte von Thimm sollen innerhalb der bestehenden Strukturen weitergeführt werden.

Thimm-Verwaltungsratschef Mathias Schliep begründete den Verkauf mit der fortschreitenden Konsolidierung der Verpackungsindustrie. In einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt würden künftig vor allem große Anbieter Marktanteile gewinnen. Unter dem Dach von Saica sehe man die besten Voraussetzungen, um die Wachstumsstrategie fortzuführen und Investitionen in Technologie sowie Digitalisierung voranzutreiben.

Beide Unternehmen arbeiten bereits seit Ende der 1990er Jahre in einer strategischen Vertriebsallianz zusammen und betreiben zudem ein gemeinsames Joint Venture in Polen. Mit dem Vollzug der Transaktion wird sich die Inhaberfamilie vollständig aus dem Unternehmen zurückziehen.

Seitennavigation

Mitglied werden Presse top