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Die Krise in Teilen der deutschen Papier-, Karton- und Verpackungsindustrie verschärft sich. Hohe Energie- und CO₂-Kosten sowie schwierige Marktbedingungen setzen den Unternehmen zu. Jüngste Insolvenzen und die Schließung von Baiersbronn Frischfaser Karton zeigen, wie angespannt die Situation ist.

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der deutschen Papier-, Karton- und Verpackungsindustrie hinterlassen zunehmend deutliche Spuren. Mehrere aktuelle Fälle in Baden-Württemberg stehen beispielhaft für den wachsenden Druck auf die Branche.

Die Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH wird ihren Geschäftsbetrieb einstellen. Bis zuletzt bestand die Hoffnung, das Unternehmen im Rahmen eines Investorenprozesses fortzuführen. Nach Medienberichten zog sich der potenzielle Investor jedoch Ende August zurück. Damit ist eine Fortführung des Unternehmens über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens hinaus nicht mehr möglich.

Schon zuvor hatte das Unternehmen seine Materialdisposition auf ein Minimum reduziert. Als wesentliche Belastungsfaktoren wurden insbesondere die massiv gestiegenen Energiekosten sowie die Verpflichtungen zur Abgabe von Emissionsberechtigungen im Rahmen des CO₂-Emissionshandels genannt.

Auch andere Unternehmen der Branche kämpfen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Über das Vermögen der Karl Mayer Kartonagenfabrik GmbH & Co. KG mit Sitz in Haiterbach im Landkreis Calw eröffnete das Amtsgericht Tübingen am 29. Juli das vorläufige Insolvenzverfahren.

Bereits am 24. Juni hatte das Amtsgericht Baden-Baden das vorläufige Insolvenzverfahren für die Schleipen Paper GmbH eröffnet.

Die Fälle verdeutlichen den zunehmenden wirtschaftlichen Druck entlang der Wertschöpfungskette – von der Papier- und Kartonproduktion bis zur Verpackungsherstellung. Besonders energieintensive Produktionsstandorte stehen vor der Herausforderung, hohe Energie- und Klimaschutzkosten mit einem schwierigen Marktumfeld in Einklang zu bringen.

Für die Branche geht es dabei um mehr als einzelne Unternehmensinsolvenzen. Mit jeder dauerhaften Werksschließung gehen Produktionskapazitäten verloren. Das kann Auswirkungen auf Lieferketten, Rohstoffströme und Absatzmärkte haben – und wirft zunehmend die Frage auf, **unter welchen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Papier, Karton und Verpackungen künftig noch wettbewerbsfähig in Deutschland produziert werden können.**

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