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Mit UN-Standardwerk gefährliche Güter sicher ans Ziel bringen

Täglich werden gefährliche Güter transportiert: Auf den Straßen, auf Schienen und auf dem Wasserweg. Doch wie können gefährliche Güter auch sicher transportiert werden? Antwort auf diese wichtige Frage gibt das Standardwerk der Vereinten Nationen „Empfehlungen für die Beförderung gefährlicher Güter - Handbuch über Prüfungen und Kriterien“, das regelmäßig aktualisiert wird und im Alltag von Profis hochgeschätzt wird. Die aktuelle deutsche Übersetzung durch die Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung liegt nun vor.

03 20 UN Standardwerk Gef. GüterDie Publikation gibt es neben Englisch, Französisch und Spanisch auch auf Chinesisch, Russisch und Arabisch. Sie war ursprünglich jedoch nicht in deutscher Sprache erhältlich. Damit Expertinnen und Experten im Arbeitsalltag auch auf Deutsch darauf zugreifen können, wurde das Handbuch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM) ins Deutsche übersetzt. Seit dem erstmaligen Erscheinen der deutschen Ausgabe wird der Text von der BAM regelmäßig an die von den Vereinten Nationen beschlossenen Änderungen und Ergänzungen angepasst. 

Die jüngste deutsche Fassung des Handbuchs ist nun veröffentlicht worden und steht für alle Interessierten auf dem Publikationsserver der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) als kostenloser Download im PDF-Format zur Verfügung.

Fachleute wissen um die Wichtigkeit des Inhalts: Als Gefahrgut bezeichnet man im Zusammenhang mit dem Transport im öffentlichen Raum u.a. Stoffe, Zubereitungen und Gegenstände, von denen aufgrund ihrer physikalischen oder chemischen Eigenschaften oder ihres Zustandes beim Transport Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung ausgehen können. Solche Stoffe können beispielsweise giftig, ätzend, entzündlich oder krebserregend sein, mitunter besteht auch eine Explosionsgefahr. Die betreffenden Stoffe werden daher aufgrund von Rechtsvorschriften als gefährliche Güter eingestuft.

Es besteht ein großer Bedarf an Information und Wissen in diesem Bereich für alle, die sich beruflich mit dem Thema befassen. Es hat eine enorme Relevanz für die Sicherheit von Menschen, Tieren sowie dem Schutz der Umwelt und von Sachgütern. Die in Deutschland geltenden Gefahrgutvorschriften für die Regelung zur internationalen Beförderung gefährlicher Güter im Schienenverkehr (RID), auf der Straße (ADR) und in der internationalen Seeschifffahrt (IMDG-Code) verwiesen in der Vergangenheit auf das englischsprachige „Manual of Tests and Criteria".

Die Industrie meldete dann den dringenden Bedarf an einer deutschen Übersetzung an und das damalige Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen erteilte der BAM im Jahr 2002 den Auftrag, das Werk ins Deutsche zu übertragen, damit Praktiker, die sich im Alltag an die geltenden Regelwerke halten müssen, darauf zugreifen können. Ein Team des Fachbereichs Reaktionsfähige Stoffe und Stoffsysteme der BAM unter der Leitung von Dr. Klaus-Dieter Wehrstedt übertrug wie immer die aktuellen Änderungen der englischen Fassung ins Deutsche, unter besonderer Beachtung der sicherheitstechnischen Gesichtspunkte.

Eckdaten zum Werk:

Empfehlungen für die Beförderung gefährlicher Güter
-Handbuch über Prüfungen und Kriterien- 6. überarbeitete Ausgabe, New York und Genf 2015, korrigiert durch das Corrigendum vom Februar 2016.

Die rechtsverbindliche Inkraftsetzung dieser Fassung erfolgte zum 1. Januar 2017 durch die Inbezugnahme in den Vorschriften für die Beförderung gefährlicher Güter der einzelnen Verkehrsträger. Dies sind für den europäischen Straßen-, Schienen- und Binnenschifffahrtsverkehr das ADR 2017, das RID 2017 und das ADN 2017 mit einer Übergangsfrist von 6 Monaten, für den Seeverkehr der IMDG Code, Amendment 38-16, mit einer einjährigen Duldungsfrist und für den Luftverkehr die ICAO-TI 2017-2018 ohne Übergangsfrist.

Über die BAM

Die BAM gewährleistet Sicherheit in Technik und Chemie.
Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Die BAM forscht, prüft und berät zum Schutz von Mensch, Umwelt und Sachgütern. Im Fokus aller Tätigkeiten in der Materialwissenschaft, der Werkstofftechnik und der Chemie steht dabei die technische Sicherheit von Produkten und Prozessen. Dazu werden Substanzen, Werkstoffe, Bauteile, Komponenten und Anlagen sowie natürliche und technische Systeme von volkswirtschaftlicher Dimension und gesellschaftlicher Relevanz erforscht und auf sicheren Umgang oder Betrieb geprüft und bewertet. Die BAM entwickelt und validiert Analyseverfahren und Bewertungsmethoden, Modelle und erforderliche Standards und erbringt wissenschaftsbasierte Dienstleistungen für die deutsche Wirtschaft im europäischen und internationalen Rahmen.

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