Minister Gremmels überreicht Vertrag über 472.000 Euro. Früher wurde im Straßenbau oft krebserregender Teer eingesetzt. Heute stellt seine Entsorgung Unternehmen vor große Herausforderung. Im Projekt „NaReTE – Nachhaltiges Recycling von Teerstraßen“ entwickeln die Kirchheimer Stutz GmbH und Forschende der Universität Kassel Verfahren zur Wiederverwertung teerhaltiger Straßenaufbrüche ohne schädliche Stoffe.
Wissenschaftsminister Timon Gremmels hat sich vor Ort über das Projekt informiert und einen Zuwendungsvertrag überreicht: Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur fördert „NaReTE“ mit rund 472.000 Euro. Das Geld stammt aus der Förderlinie 3 des Forschungsförderprogramms LOEWE. Sie stärkt die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschung.
„Mit ,NaReTE‘ fördern wir ein Projekt, das zentrale Herausforderungen im Straßenbau angeht: Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Kosteneffizienz“, so Wissenschaftsminister Timon Gremmels. „Mit der LOEWE-Förderlinie 3 bieten wir hessischen Unternehmen ein zuverlässiges, niederschwelliges und gleichzeitig wettbewerbsorientiertes Instrument, um vom Forschungsstandort Hessen zu profitieren. Ich wünsche allen Beteiligten ein gutes Gelingen und eine erfolgreiche Zusammenarbeit, um Hessen als Innovationsstandort für nachhaltige Infrastrukturentwicklung zu gestalten und moderne, zeitgemäße Arbeitsplätze in der Region zu etablieren und zu sichern.“
Das 2008 aufgelegte Exzellenzprogramm LOEWE fördert in fünf Förderlinien hervorragende Forschungsprojekte, hochinnovative Forschungsideen sowie exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Materialproben auf einem Tablett. © Petra A. KillickDerzeit landet der teerhaltige Straßenaufbruch auf Deponien oder wird zur Aufbereitung ins Ausland transportiert – ein kostenintensiver und ökologisch fragwürdiger Prozess. Bundesweit sind noch rund eine Milliarde Tonnen teerhaltiger Straßenbeläge verbaut. Auch in Hessen entstehen jährlich hohe Kosten für deren Beseitigung.
Ziel von NaReTE ist es, bestehendes teerhaltiges Asphaltmaterial nachhaltig aufzubereiten, von den krebserregenden Schadstoffen zu befreien und in den Straßenbau zurückzuführen. Dadurch verringert das Projekt die Deponierung und energieintensive Spezialbehandlungen und eröffnet neue Möglichkeiten für eine verantwortungsvolle Infrastrukturentwicklung. Der Fokus liegt auf der Entwicklung eines marktfähigen und effizienten Recyclingverfahrens für teerhaltige Straßenbeläge.
Folke Mühlhölzer, Vorsitzender der Geschäftsführung der der HA Hessen Agentur GmbH: „Forschungsvorhaben wie NaReTE sind von großer strategischer Bedeutung für Hessen. Sie verbinden wissenschaftliche Exzellenz mit konkreten Lösungen für gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen. Indem wir neuartige Technologien im Straßenbau fördern, stärken wir sowohl die Innovationskraft als auch die Wettbewerbsfähigkeit Hessens als bundesweites Verkehrsdrehkreuz.“
Dipl.-Ing. Björn Stutz, Geschäftsführer der Stutz GmbH: „Mit NaReTE verfolgen wir das Ziel, teerhaltige Straßenbeläge künftig nicht mehr als Abfall, sondern als wertvolle Ressource zu betrachten. Durch innovative Recyclingverfahren können wir Kosten senken, Umweltbelastungen reduzieren und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft leisten.“
Apl. Prof. Dr.-Ing. Konrad Mollenhauer, Universität Kassel: „NaReTE zeigt, wie durch angewandte Forschung zukunftsorientierte Lösungen für bestehende Infrastrukturprobleme entwickelt werden können. Die Wiederverwertung ursprünglich teerhaltiger Ausbaustoffe schafft eine Win-Win-Situation: ehemals problematische Abfallstoffe werden verwertet, neue Ressourcen eingespart und negative Umweltfolgen deutlich verringert.“
Straßenbaumaschinen im Einsatz © Petra A. KillickDie Stutz GmbH mit Sitz im osthessischen Kirchheim ist ein familiengeführtes Unternehmen mit langjähriger Erfahrung im Straßenbau. Projektpartner ist das Institut für Verkehrswesen der Universität Kassel, das seine wissenschaftliche Expertise in das Projekt einfließen lässt.
Über LOEWE
LOEWE ist das hessische Programm zur Förderung von Spitzenforschung. Die Abkürzung steht für Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz. Die Förderlinie 3 zielt begleitend zur Unterstützung der Grundlagenforschung durch die LOEWE-Zentren und -Schwerpunkte auf die angewandte Forschung und Entwicklung. Gefördert werden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, die zwischen Kleinen und Mittelständischen Unternehmen (KMU) sowie Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen realisiert werden. Die LOEWE-Förderlinie 3 ist für alle Branchen und Technologien offen. Mehr Infos zu LOEWE gibt es auf loewe.hessen.de.
Quelle: https://wissenschaft.hessen.de