Die EGGERS-Gruppe hat an ihrem Standort in Wittenberge erfolgreich das Waschen von Böden erprobt, die mit den sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ (PFAS) belastet sind.
Nach einer gut einjährigen Testphase in einer eigens errichteten Versuchsanlage steht fest: Die Bodenwäsche ist ein effizientes und geeignetes Verfahren, um kontaminierte Böden zu reinigen und wertvolle Ressourcen wiederverwertbar zu machen. Nun plant das Unternehmen den Bau einer Großanlage mit einer Jahreskapazität von bis zu 120.000 Tonnen.
Das Problem der „Ewigkeitschemikalien“
Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) wurden über Jahrzehnte hinweg aufgrund ihrer extremen Hitze- und Wasserbeständigkeit in Produkten wie Teflonpfannen, Outdoor-Kleidung und insbesondere in Löschschäumen verwendet. Die Kehrseite: Die Chemikalien bauen sich in der Natur so gut wie nicht ab. Zum Beispiel über ehemalige Feuerwehr- und Flughafenstandorte gelangen sie durch Regenwasser ins Grundwasser und in die Böden. Da die bisherige Standardlösung – die thermische Verbrennung bei über 1.000 Grad – an engen Kapazitätsgrenzen scheitert, fehlte es bislang an adäquaten, großflächigen Entsorgungsmöglichkeiten.
Bild: Copyright EGGERS-GruppeWaschen statt verbrennen: Erfolgreiche Testphase in Wittenberge
Angetrieben durch verschärfte gesetzliche Grenzwerte und konkrete Bedarfe bei Großbauprojekten – wie der geplanten Quartiersentwicklung und Wohnbebauung auf dem ehemaligen Flughafen Berlin-Tegel – sind die EGGERS-Töchter EGGERS Umwelttechnik und TerraCon neue Wege gegangen.
Da PFAS wasserlöslich sind, lautete die Idee, den Schadstoff mithilfe einer Bodenwaschanlage auszuwaschen. Die seit mehr als 20 Jahren in Wittenberge bestehende Infrastruktur der EGGERS Umwelttechnik bot dafür die idealen Voraussetzungen. Im Frühjahr 2025 wurde eine spezielle Versuchsanlage installiert, in der bis Ende Mai 2026 unterschiedlich stark belastete Böden im Testbetrieb gereinigt wurden.
Die Ergebnisse des Praxistests sind eindeutig: Tatsächlich lassen sich PFAS belastete Böden künftig effizienter behandeln. Da sich die Schadstoffe überwiegend im Feinkorn ansammeln, kann der Großteil des Sandes wiederverwendet werden. „Bei sandigen Böden können wir bis zu 80 Prozent als gereinigtes Material zurückgewinnen“, erklärt René Hermann, Geschäftsführer bei EGGERS Umwelttechnik. „Das reduziert die Mengen, die anschließend thermisch behandelt oder deponiert werden müssen, erheblich.“ Das kontaminierte Waschwasser wird im Standardverfahren über Aktivkohle oder alternative Bindeverfahren wie Polymere gereinigt.
Die neue PFAS-Bodenwaschanlage der EGGERS-Gruppe Bild: Copyright EGGERS-GruppeGroßanlage in Planung: Strategischer Standort Wittenberge
Ziel des Verfahrens ist es, die Belastungen so weit zu senken, dass das Material wieder sinnvoll genutzt und im Kreislauf gehalten werden kann.
ach dem erfolgreichen Versuchsbetrieb plant EGGERS nun den nächsten großen Schritt: Den Bau einer stationären Anlage mit einer Jahreskapazität von 100.000 bis 120.000 Tonnen.
Der Standort Wittenberge bietet hierfür nicht nur ausreichend Platz, sondern ist durch seine zentrale Lage ideal geeignet, um Kunden aus dem Norden und der Mitte Deutschlands gleichermaßen zu bedienen.
„Wir beschäftigen uns hier mit absoluten Zukunftsthemen“, betont Mathias Troschke, Geschäftsführer bei TerraCon. „Entscheidend ist es, Know-how zu bündeln und praxisnahe Lösungen zu entwickeln. Bei EGGERS haben wir dafür ein Umfeld mit viel Freiraum und starkem Teamgedanken.“ Die Bodenwäsche wird damit künftig zu einem zentralen, nachhaltigen Baustein bei der Sanierung PFAS-belasteter Areale.
Quelle und Bildnachweise: https://eggers-gruppe.de