Eine Gruppe führender europäischer Textildienstleister hat sich innerhalb der European Textile Services Association (ETSA) zusammengeschlossen, um das Recycling von Alttextilien in Europa gezielt auszubauen.
Die Initiative adressiert eine zentrale Herausforderung der Branche: die Entwicklung skalierbarer Lösungen für Textilien am Ende ihres Lebenszyklus.
Die Textildienstleistungsbranche arbeitet bereits seit langem nach Kreislaufprinzipien – etwa durch Mietmodelle, Wiederverwendung sowie Reparatur- und Wartungskonzepte. Das aktuelle Pilotprojekt erweitert diesen Ansatz konsequent um die End-of-Life-Phase: Ausgediente Textilien sollen als Sekundärrohstoffe in die Wertschöpfung zurückgeführt werden, anstatt als Abfall zu enden.
Beteiligt sind Mewa, Alsco, Bardusch, CWS Workwear, Lindström und Salesianer sowie das Recyclingunternehmen PPHU TUR. In der ersten Phase werden Alttextilien zu recycelten Fasern verarbeitet, die unter anderem in Dämmstoffen, industriellen Wischtüchern und technischen Textilien zum Einsatz kommen. Insbesondere in der Bau- und Automobilindustrie können diese Materialien Primärrohstoffe ersetzen.
Die Initiative setzt bewusst auf Zusammenarbeit, um Innovationsprozesse zu beschleunigen und bestehende Defizite bei Recyclingkapazitäten in Europa zu adressieren. Gleichzeitig steht der Aufbau stabiler Absatzmärkte im Mittelpunkt: Durch konkrete Verpflichtungen zu Rezyklateinsatz und koordinierte Maßnahmen entlang der Wertschöpfungskette soll eine verlässliche Nachfrage geschaffen werden.
Beitrag zu Resilienz und Kreislaufwirtschaft
Neben ökologischen Effekten stärkt das Projekt auch die europäische Wertschöpfung, indem Materialkreisläufe regional geschlossen und Abhängigkeiten von Primärrohstoffen reduziert werden. Langfristig ist vorgesehen, recycelte Fasern verstärkt wieder in neue Textilprodukte zu integrieren und damit geschlossene textile Kreisläufe zu etablieren.