Der bvse informiert den Mittelstand über Abfall, Sekundärrohstoffe, Recycling und Entsorgung.

bvse-Alttextilstudie 2026:
Mehr Alttextilien, weniger Qualität – Textilrecycling am Kipp-Punkt

 

Die neue bvse-Alttextilstudie „Bedarf, Konsum, Wiederverwendung, Recycling und Verwertung von Bekleidung und Textilien in Deutschland“ zeigt eine zunehmend angespannte Situation für die Alttextilbranche: Das tatsächliche Sammelaufkommen von Alttextilien ist zwischen 2018 und 2023 nochmals um rund 50.000 Tonnen auf 1,3 Millionen Tonnen gestiegen. Gleichzeitig verschlechtert sich die Qualität der Sammelware deutlich: Der Anteil an Stör- und Fremdstoffen stieg von 10,8 Prozent im Jahr 2018 auf bis zu 20 Prozent heute. Auch die Verwertungswege verschieben sich: Die Wiederverwendung sank von 54 Prozent (2013) auf 44 Prozent (2023), während die thermische Verwertung von 8 auf 21 Prozent zunahm.

Die Studie macht deutlich: Das System hat einen Kipp-Punkt erreicht. Qualitätsverlust und Materialvielfalt, wegbrechende Absatzmärkte, unsichere Zahlungsbedingungen sowie steigende Abfallmengen in und an den Containern setzen die Branche zunehmend unter Druck. Die praktische Sortieranalyse der Studie liefert zusätzliche Erkenntnisse zur Zusammensetzung der Sammelware.

Die bvse-Alttextilstudie zum Herunterladen

Die neue Studie knüpft an die bvse-Textilstudie von 2020 an, geht aber deutlich darüber hinaus. Sie aktualisiert die Mengen- und Marktdaten und erweitert die Betrachtung um die technologische Frage, welche Materialzusammensetzungen tatsächlich im Alttextilstrom vorkommen und welche Voraussetzungen für ein hochwertiges Textil-zu-Textil-Recycling erfüllt sein müssen. Die Mengen- und Sortierdaten beziehen sich im Wesentlichen auf das abgeschlossene Wirtschaftsjahr 2023. Damit sichern wir statistische Belastbarkeit, Methodenkonsistenz und Vergleichbarkeit mit den vorangegangenen Studien. Die Preisentwicklung der Originalsammelware wird bis 2025 abgebildet.

 

Download Studie

Mehr Alttextilien – Sammelaufkommen steigt, Störstoffe nehmen zu

Das tatsächliche Sammelaufkommen von Alttextilien ist weiter gestiegen und erreichte 2023 rund 1,3 Millionen Tonnen. Gleichzeitig nimmt der Anteil an Stör- und Fremdstoffen in der Sammelware deutlich zu.

Marwin Gedenk, Vorsitzender bvse-Fachverband Textilrecycling

Die Alttextilbranche hat einen Kipp-Punkt erreicht. Deutschland sammelt mehr Alttextilien denn je, gleichzeitig sinken Qualität und wirtschaftlicher Wert der Sammelware. Die Wiederverwendung geht zurück, die thermische Verwertung nimmt zu. Wir fordern klare politische Weichenstellungen, weil das bestehende System zunehmend an seine Grenzen stößt. Recycling beginnt beim Produktdesign – und die erweiterte Herstellerverantwortung muss dafür sorgen, dass Sammlung, Sortierung und hochwertiges Recycling verlässlich finanziert werden.

inhalt container

 

Was im Altkleidercontainer landet – und wohin es geht

In den Altkleidercontainern finden sich neben Bekleidung und Schuhen auch zunehmend Verpackungen sowie textiler Müll und Restmüll. Die Zusammensetzung der Sammelware hat sich verändert und damit auch ihre Verwertungswege. Weniger Alttextilien werden wiederverwendet, mehr thermisch verwertet: Der Anteil der Wiederverwendung sank von 54 auf 44 Prozent, während die thermische Verwertung von 8 auf 21 Prozent stieg.

Das System hat einen Kipp-Punkt erreicht

Qualitätsverlust und Materialvielfalt, wegbrechende Absatzmärkte, unsichere Zahlungsbedingungen sowie steigende Abfallmengen setzen die Alttextilbranche zunehmend unter Druck. Die Studie bildet nicht nur den Status quo ab, sondern soll zeigen, wohin sich die Alttextilbranche entwickelt und welche technischen, wirtschaftlichen und politischen Weichenstellungen notwendig sind, damit Wiederverwendung und hochwertiges Textilrecycling auch künftig funktionieren können.

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