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Die Kunststoff- und Recyclingindustrie in Deutschland steht weiter unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Aus Sicht des bvse braucht es jetzt klare politische Impulse: „Entscheidend ist, dass Rezyklate endlich verlässliche Absatzmärkte erhalten und regulatorische Instrumente konsequent darauf ausgerichtet werden“, betont bvse-Kunststoffreferentin Anna Roeb.

0804 Anna Roeb Kontakt Bild 240x150Sinkende Nachfrage, hohe Energie- und Produktionskosten sowie steigender Importdruck belasten die Branche zunehmend. Seit 2021 sind Absatz und Auftragseingang um rund 20 Prozent zurückgegangen, zahlreiche Anlagen arbeiten nicht mehr kostendeckend. Erste Unternehmen reagieren bereits mit Standortschließungen, Investitionszurückhaltung oder der Verlagerung von Aktivitäten ins Ausland.

Verbände fordern Transformationsbooster für die Kreislaufwirtschaft

In einer gemeinsamen Erklärung haben mehrere Branchenverbände, darunter der bvse, ergänzend zu bestehenden Entlastungsmaßnahmen bei der Bundesregierung einen „Transformationsbooster“ für die Kreislaufwirtschaft gefordert. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern, verlässliche Absatzmärkte für Rezyklate zu schaffen und Investitionen in innovative Recyclingtechnologien sowie Forschung gezielt zu fördern. Zu den zentralen Handlungsfeldern zählen zudem der Ausbau der Recyclinginfrastruktur, die Weiterentwicklung von Sammel-, Sortier- und Aufbereitungsverfahren sowie die stärkere Vernetzung der Akteure.

bvse: Verlässliche Absatzmärkte für Rezyklate schaffen

Der bvse unterstützt die gemeinsamen Forderungen und hebt insbesondere Maßnahmen zur Stärkung der Nachfrage hervor. „Wir brauchen wirksame ökonomische Anreize, die Recyclingfähigkeit und den Einsatz von Rezyklaten systematisch fördern“, so Roeb.

Ökomodulierung und öffentliche Beschaffung als zentrale Hebel

Konkret spricht sich der Verband für eine Überarbeitung der Ökomodulierung von Lizenzentgelten gemäß §26 Verpackungsgesetz aus, um recyclinggerechtes Design und den Einsatz von Rezyklaten gezielt zu fördern. Zudem sollten Rezyklate sowie kreislauffähige und klimafreundliche Produkte verbindlich in der öffentlichen Beschaffung verankert werden. „Die öffentliche Hand kann hier eine Schlüsselrolle einnehmen, um stabile Märkte für Rezyklate zu schaffen“, betont Roeb.

Energiepreise: Gleiche Wettbewerbsbedingungen für Recycler

Darüber hinaus sieht der bvse Anpassungsbedarf bei den energiepolitischen Rahmenbedingungen. „Recyclingunternehmen müssen gleichberechtigt Zugang zu Entlastungsinstrumenten wie dem Industriestrompreis erhalten. Dazu ist eine Erweiterung der relevanten Wirtschaftszweigklassen erforderlich“, erklärt Roeb.

Verbände warnen vor weiterem Substanzverlust

Einigkeit besteht unter den Verbänden, dass ohne schnelle politische Impulse eine weitere Erosion der industriellen Basis droht. Neben Investitionen in Infrastruktur, Innovation und Standardisierung ist insbesondere ein verlässlicher politischer Rahmen notwendig, um die Transformation hin zu einer klimaneutralen und zirkulären Wirtschaft wirksam zu beschleunigen.

>>> Zum Download: Gemeinsame Pressemitteilung der Verbände

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