Der bvse informiert den Mittelstand über Abfall, Sekundärrohstoffe, Recycling und Entsorgung.

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Im Rahmen der Erarbeitung der Berliner Kreislaufwirtschaftsstrategie hat SERVISA auf dem 1. Multi-Stakeholder-Workshop am 28.01.2026 die Interessen des bvse mit klarem Fokus auf Rückbau, Recycling und Sekundärrohstoffe vertreten. Ziel war es, den Gebäudesektor konsequent auf Ressourcenschonung, Klimaschutz und regionale Wertschöpfung auszurichten.

0223 Servisa Drago SimonBild v.l.n.r.: Dragoljub Stankovic, Geschäftsführer der SERVISA Dienstleistungen für die Immobilienwirtschaft GmbH und Simon Lehmann, Prokurist und Betriebsleiter der SERVISA Recyclinganlage Bildquelle: SERVISAAus Sicht des bvse ist dafür ein verbindlicher politischer Ordnungsrahmen erforderlich, der die Kreislaufwirtschaft strukturell verankert und wirtschaftlich tragfähig ausgestaltet. Die Branche benötigt klare Leitplanken statt freiwilliger Einzelmaßnahmen.

Zentrale Positionen und Forderungen

1. Verbindliche Integration des Rückbaus in Planung und Genehmigung
Rückbau muss bereits in der Gebäudeplanung systematisch berücksichtigt werden. Gesetzliche Vorgaben im Sinne von „Design for Deconstruction“ sind notwendig, um sortenreine Stoffströme sicherzustellen und eine wirtschaftliche Wiederverwertung zu ermöglichen.

2. Rechtliche Priorisierung des selektiven Rückbaus
Der selektive Rückbau ist gegenüber dem konventionellen Abriss verbindlich vorzuziehen. Klare rechtliche Rahmenbedingungen sind erforderlich, um ressourcenschonende Verfahren zum Standard zu machen.

3. Absicherung von Absatzmärkten für Sekundärrohstoffe
Die Nachfrage nach Recyclingbaustoffen muss politisch gestärkt und abgesichert werden. Mindestquoten im öffentlichen Bauen sind ein zentrales Instrument zur Marktstabilisierung und Investitionssicherheit.

4. Verbindliche Materialtransparenz im Gebäudebestand
Standardisierte Materialpässe und digitale Stoffstromregister sind einzuführen, um verwertbare Materialien frühzeitig zu identifizieren, planbar zu machen und effizient in Stoffkreisläufe zurückzuführen.

5. Anpassung von Normen und Zulassungen
Bau-, Produkt- und Vergabenormen sind konsequent an die Ziele der Kreislaufwirtschaft anzupassen. Technisch geeignete Recyclingmaterialien dürfen nicht länger durch veraltete Regelwerke benachteiligt oder ausgeschlossen werden.

6. Wirtschaftliche Steuerung durch gezielte Anreize
Freiwillige Marktmechanismen reichen nicht aus. Erforderlich sind Förderinstrumente sowie eine stärkere Kostenwahrheit zugunsten von Recyclingmaterialien und zulasten des Primärrohstoffeinsatzes.

7. Anerkennung des Rückbaus als systemrelevante Branche
Rückbau und Sekundärrohstoffproduktion sind als eigenständiger, industriepolitisch relevanter Sektor anzuerkennen. Die Branche leistet einen wesentlichen Beitrag zu Klimaschutz, Ressourcensicherheit und regionaler Wertschöpfung.

Vielen Dank an das bvse-Mitgliedsunternehmen SERVISA für die konstruktive Zusammenarbeit und die fundierte Einbringung der Branchenperspektiven in die Berliner Kreislaufwirtschaftsstrategie.

 

 

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