Die Heinsberger Unternehmensgruppe Frauenrath Unternehmensgruppe trennt sich von ihrem Bau- und Recyclinggeschäft. Käufer ist der französische Baukonzern Colas SA, eine Tochter der Bouygues Group. Die entsprechenden Verträge wurden am 19. März 2026 unterzeichnet.
Das veräußerte Geschäft umfasst die Bereiche Straßen- und Tiefbau, Hoch- und Schlüsselfertigbau sowie Recycling, Rückbau und Sanierung. Im Jahr 2025 erzielte dieser Unternehmensbereich einen Umsatz von rund 150 Millionen Euro und beschäftigte etwa 420 Mitarbeitende an den Standorten Heinsberg (Nordrhein-Westfalen) und Großröhrsdorf (Sachsen). Beide Standorte sollen erhalten bleiben, die Arbeitsverhältnisse unverändert fortgeführt werden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen. Der Vollzug der Übernahme wird im ersten Halbjahr 2026 erwartet.
Insgesamt erwirtschaftete die Frauenrath-Gruppe im Jahr 2025 inklusive Beteiligungen mit rund 620 Beschäftigten einen Umsatz von etwa 250 Millionen Euro.
Für Colas markiert die Übernahme den Einstieg in das Bau- und Recyclinggeschäft in Deutschland. Der Konzern erzielt derzeit rund 76 Prozent seines weltweiten Umsatzes von etwa 16 Milliarden Euro im Straßenbau, einschließlich Instandhaltung und Verkehrssicherheit, war bislang jedoch in diesem Segment nicht in Deutschland aktiv.
Vor dem Hintergrund umfangreicher staatlicher Investitionsprogramme zur Modernisierung der Infrastruktur sieht Colas den Zeitpunkt der Akquisition als strategisch günstig an, um am erwarteten Wachstum im deutschen Bau- und Recyclingmarkt zu partizipieren.