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Recycling Europe hat gemeinsam mit weiteren europäischen Verbänden Empfehlungen zur besseren Nutzung des Kreislaufpotenzials von Bau- und Abbruchabfällen veröffentlicht. Der bvse hat an der Erarbeitung des Papiers mitgewirkt und unterstützt dessen grundsätzliche Zielrichtung.

bvse-Referent Jonathan Fritz (Fachverband Mineralik - Recycling und Verwertung) weist jedoch darauf hin, dass Deutschland bei den Recyclingquoten bereits weiter ist als andere EU-Mitgliedstaaten, insbesondere Italien und Spanien. Kritisch bewertet der bvse, dass Verfüllmaßnahmen unter bestimmten Voraussetzungen auf die Recyclingquote von 70 Prozent angerechnet werden können. Eine solche Anrechnung lehnt der bvse ab.

Nachfolgend die Pressemitteilung von Recycling Europe, FEAD und FIR:

 0806 Joint Statement RE FEAD FIR

Bau- und Abbruchabfälle (Construction and Demolition Waste, CDW) stellen den größten Abfallstrom in der EU dar und machen mehr als ein Drittel des gesamten Abfallaufkommens aus. Damit spielen sie eine entscheidende Rolle bei der Verwirklichung der EU-Ziele für Kreislaufwirtschaft und Dekarbonisierung – insbesondere des im Clean Industrial Deal formulierten Ziels, die Kreislaufmaterialnutzungsrate bis 2030 zu verdoppeln.

Das Kreislaufpotenzial von Bau- und Abbruchabfällen bleibt aufgrund mehrerer struktureller Hindernisse weitgehend ungenutzt. Dazu gehören die geringe Marktakzeptanz von Recyclingmaterialien, der anhaltende und unfaire Wettbewerb durch Primärrohstoffe und die Deponierung, die heterogene Materialzusammensetzung, eine unzureichende Rückverfolgbarkeit sowie der Verunreinigungsgrad der für das Recycling geeigneten Abfallströme. Auch die Ergebnisse unterscheiden sich innerhalb der EU erheblich: Je nach Mitgliedstaat liegen die Recyclingquoten für Bau- und Abbruchabfälle zwischen 10 % und über 90 %. In einigen Regionen werden weiterhin illegale Entsorgung und die Deponierung unbehandelter Bau- und Abbruchabfälle festgestellt.

Gleichzeitig sind die politischen und gesetzgeberischen Initiativen der EU stärker denn je darauf ausgerichtet, den Bausektor nachhaltiger zu gestalten, Abhängigkeiten von Drittstaaten in den Lieferketten zu verringern und die Wiederverwendung und das Recycling von Rohstoffen zu fördern. Im Bereich der Bau- und Abbruchabfälle spiegeln sich diese Prioritäten in mehreren Programmen und Initiativen wider, darunter die neue Bauproduktenverordnung (Construction Products Regulation, CPR) und die Europäische Strategie für den Wohnungsbau.

Die Unterzeichner dieses Papiers sind der Auffassung, dass anstehende Gesetzgebungsinitiativen konkrete Lösungen enthalten sollten, mit denen das volle Kreislaufpotenzial von Bau- und Abbruchabfällen in der gesamten EU erschlossen werden kann. Insbesondere sollte der geplante Circular Economy Act (CEA) praxisnahe und bewährte Maßnahmen zur Förderung der Kreislaufführung von Bau- und Abbruchabfällen einführen – in enger Abstimmung mit dem Public Procurement Act und dem Industrial Accelerator Act (IAA).

Erfahrungen aus mehreren Mitgliedstaaten zeigen, dass ein hochwertiges Recycling von Bau- und Abbruchabfällen sowohl technisch machbar als auch wirtschaftlich rentabel ist. Dies gilt insbesondere für mineralische Bau- und Abbruchabfälle, die rund 85 % des gesamten entsprechenden Abfallaufkommens in der EU ausmachen. Durch ihre Aufbereitung entsteht eine Vielzahl von Recyclingbaustoffen beziehungsweise rezyklierten Gesteinskörnungen, die den europäischen Produktnormen entsprechen und sich für zahlreiche Anwendungen im Bauwesen eignen.

Die in einigen Mitgliedstaaten gesammelten Erfahrungen und das dort entwickelte Fachwissen bieten wertvolle Anhaltspunkte dafür, welche Voraussetzungen für eine wirksame kreislauforientierte Bewirtschaftung von Bau- und Abbruchabfällen in anderen Mitgliedstaaten geschaffen werden müssen. Aufbauend auf mehr als 30 Jahren Branchenwissen und Erfahrung im Recycling von Bau- und Abbruchabfällen enthält dieses Papier praxisorientierte Empfehlungen europäischer Verbände, die den Sektor der Bewirtschaftung und Verwertung von Bau- und Abbruchabfällen vertreten. Sie sollen dazu beitragen, diese Erfolge unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Marktgegebenheiten in der gesamten Union zu wiederholen.*

👉 Die ausführlichen Empfehlungen der Verbände zum Download

Quelle: https://recyclingeurope.org

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