Der bvse informiert den Mittelstand über Abfall, Sekundärrohstoffe, Recycling und Entsorgung.

Sie sind hier:
Bildquelle: Sascha Förster

Beim hybriden Expert:innengespräch zur nationalen Umsetzung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien, das auf Einladung von MdB Julia Schneider am 20. Januar im Bundestag stattfand, nahmen auch bvse-Vertreter Sascha Förster in Präsenz und bvse-Rechtsreferentin Xandra Hennemann online teil.

Im Fokus standen zentrale Weichenstellungen für ein zukunftsfähiges Textil-EPR-System in Deutschland. Das Panel machte deutlich, dass bestehende Sammel- und Wiederverwendungssysteme – sowohl privatwirtschaftliche als auch soziale – erhalten bleiben müssen. Zudem müsse EPR deutlich über die Finanzierung der Entsorgung hinausgehen und auch Herstellprozesse, Reparatur- und Wiederverwendungsmodelle sowie faire Marktbedingungen berücksichtigen. Ziel sei ein gestärktes textiles Kreislaufsystem und das Vermeiden von Fehlentwicklungen aus anderen EPR-Ansätzen.

Die aus bvse-Sicht entscheidenden Erfolgsprämissen fassten Förster und Hennemann zusammen: Für ein tragfähiges Textil-EPR in Deutschland müssen Ökomodulation als Innovationsmotor wirken, Rezyklate skalierbar werden, der Handel sinnvoll eingebunden werden, ohne das bestehende Erfassungssystem zu eliminieren und Vollzugslücken geschlossen werden – inklusive einer funktionierenden Datenanbindung von DPP-Daten an die Realität der Sortieranlagen und klarer End-of-Life-Regeln.

Es wird Zeit brauchen, um alle Stakeholder mitzunehmen. Spannend werden dürften die Antworten auf die Frage, wie teuer das System am Ende wird und wer die Kosten trägt.

„Ein funktionierendes Textil-EPR muss Innovation fördern statt nur Kosten umzulegen. Dafür braucht es klare Regeln und die Weiterentwicklung bestehender Strukturen, “ so Sascha Förster.

„Ökomodulation wirkt nur, wenn Ökodesign ernst genommen und die Kreislaufwirtschaft für Textilien wiederhergestellt wird. Solange Fast-Fashion günstiger bleibt als Reparatur, lässt sich das Problem nicht lösen.“, ergänzte Xandra Hennemann.

Mitglied werden Presse top