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Der europäische Markt für die Entsorgung von Industrieabfällen soll bis 2031 ein Volumen von 63,27 Milliarden US-Dollar erreichen, bei einer geschätzten durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 6 %.

Diese Dynamik wird durch verschärfte regulatorische Rahmenbedingungen, beschleunigte technologische Innovationen sowie die zunehmende Bedeutung nachhaltiger Abfallbehandlungslösungen getragen.

In diesem Kontext tätigen große europäische Betreiber strukturelle Investitionen. So auch das deutsche Unternehmen PreZero, das beschlossen hat, in Spanien die größte Anlage zur Herstellung von Ersatzbrennstoffen (EBS) zu errichten. EBS stellt eine hocheffiziente Energiequelle für die Erzeugung von Wärme und Strom dar. Sein Einsatz ist integraler Bestandteil der Strategie zur Reduzierung fossiler Brennstoffe im Energiemix, die von öffentlichen Institutionen gefördert wird.

Diese neue Anlage im Herzen der Zona Franca von Barcelona gilt als eine der modernsten des Landes für die Herstellung von EBS aus nicht recycelbaren Industrieabfällen. Sie markiert einen strategischen Schritt im Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft.

Der Standort wird in Kürze durch die erste Biomethan-Anlage Barcelonas mit dem Namen Bioenergy ergänzt, die die direkte Einspeisung von erneuerbarem Gas in das Erdgasnetz ermöglicht. Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 42 Millionen Euro und der Schaffung von mehr als 85 direkten Arbeitsplätzen zielen beide Projekte darauf ab, Industrieabfälle in alternative Energie und erneuerbares Gas umzuwandeln.

Eine europäische Referenz für die energetische Verwertung

Die PreZero-Anlage wurde für den kontinuierlichen Betrieb konzipiert – 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr. Sie verfügt über eine Verarbeitungskapazität von rund 30 Tonnen nicht recycelbarer Abfälle pro Stunde, was nahezu 200.000 Tonnen pro Jahr entspricht. Diese kontinuierliche Produktion ermöglicht signifikante Mengen: bis zu 70.000 Tonnen jährlich produzierter EBS sowie die Rückgewinnung von mehr als 40.000 Tonnen verwertbarer Materialien. Der gemäß europäischen Standards hergestellte EBS (Kunststoffe, Textilien, Papier) ist hauptsächlich für energieintensive Industrien bestimmt, insbesondere für Zementwerke und Anlagen zur thermischen Energieerzeugung.

Für die Umsetzung dieses Projekts beauftragte PreZero Bianna mit der Integration der Anlage und Pellenc ST mit der optischen Sortierung. Im Zentrum des Prozesses stehen die Maschinen von Pellenc ST. Insgesamt sechs optische Sortierer gewährleisten die maximale Rückgewinnung verwertbarer Materialien sowie die Aufbereitung eines EBS-Stroms, der den Anforderungen der Zementindustrie entspricht.

Die von Pellenc ST gelieferten Anlagen gehören zur Produktreihe COMPACT+™ und wurden speziell für anspruchsvolle sowie staubintensive Industrieumgebungen entwickelt. Diese Maschinen zeichnen sich durch ihre einfache Integration, ihren geringen Energieverbrauch und optimierte Wartungskosten aus, insbesondere durch reduzierten Druckluftverbrauch und minimierten Verschleiß von Komponenten. Sämtliche Sortierer sind mit der neuen FLOW-Detektionskette ausgestattet, die ein Spektrometer mit erweitertem NIR/VIS-Spektrum und eine hochpräzise fokussierte Beleuchtung kombiniert. Diese Konfiguration verbessert die Reinheit der zurückgewonnenen Fraktionen erheblich.

Intelligente Steuerung und Rückverfolgbarkeit des EBS

Alle optischen Sortieranlagen sind so konfiguriert, dass sie direkt mit der SMART&SHARE™ SaaS-Plattform verbunden sind. Den Anlagenbedienern stehen dedizierte Kennzahlen zur Echtzeitüberwachung der SRF-Qualität zur Verfügung, darunter Heizwert (LHV), Chlorgehalt, PVC-Anteil, Feuchtigkeit sowie biogener Kohlenstoffgehalt.

Durch individualisierte Berichte und intelligente Alarmfunktionen können die Betreiber den SRF-Durchsatz präzise überwachen, steuern und flexibel an die spezifischen Anforderungen der Endanwender anpassen.

Eine vorbildliche Zusammenarbeit

Die Teams von PreZero, Bianna und Pellenc ST betonen einstimmig, dass der Erfolg des Projekts auf einer vertrauensvollen Beziehung und einer engen Zusammenarbeit zwischen Betreiber, Integrator und Technologieanbieter basiert. Jeder Partner brachte seine Expertise ein, um die erwarteten Leistungswerte innerhalb des geforderten Zeitrahmens zu erreichen.

„Die Anlage wird damit zu einem Beispiel für eine dreiparteiige Kooperation, die in der Lage ist, die heutigen Umwelt­herausforderungen zu bewältigen“, sagt Juan A. Gázquez Serrano, Direktor Industrial Business North, PreZero Iberica.

Mit dieser Installation stärkt die Zona Franca de Barcelona ihre Position als Benchmark-Standort für industrielle Innovation und nachhaltige Energietransformation. Der SRF-Sektor erscheint nun als zukunftsorientierte Lösung und glaubwürdige Alternative zu fossilen Brennstoffen. Durch die Kombination von Material- und Energie­rückgewinnung tragen die drei Partner dazu bei, die Abhängigkeit von Deponien und die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und gleichzeitig die Energie­unabhängigkeit der Region zu stärken.

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