Der bvse informiert den Mittelstand über Abfall, Sekundärrohstoffe, Recycling und Entsorgung.

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Neue Führungscrew: (oben von links) Steffen Maier, Philipp Brandenburger und Sandra Knoblauch mit (unten von links) Christoph Zimmermann, Beate Schwarz, Bernhard Lehle, Wolfgang Fritsch und Sebastian Kauderer. (FOTO: DU: willkommen / Sandra Lenz)

Die Firmengruppe DU: willkommen in der Umwelt verjüngt Führungsteam und erschließt neue Geschäftsfelder. Während der Umsatz im Entsorgungsgeschäft stagniert, setzt das Unternehmen auf kommunale Wärmeversorgung und den Vertrieb der Pflanzenkohle Moola.

Mit dem Jahreswechsel hat die Göppinger Firmengruppe DU: willkommen in der Umwelt einen Generationswechsel in der Führungsebene vollzogen. Der langjährige Betriebsleiter Bernhard Lehle (62) wechselte auf eine neu geschaffene Position als Kommunal-Berater. Seine Aufgabe: Gemeinden für die Nutzung von Pyrolyseanlagen zur Wärmeversorgung zu gewinnen. „Das Ziel ist die Brücke zu Kommunen zu schlagen, weil wir mit unseren Pyrolyse-Anlagen eine Alternative zum Anschluss ans Fernwärmenetz im Portfolio haben“, erklärt Lehle, der in Geislingen im Gemeinderat und seit Jahren im Kreistag aktiv ist.

Ihm folgen als stellvertretende Betriebsleiter Philipp Brandenburger (30) in Göppingen und Sebastian Kauderer (31) am Standort Eislingen. Zudem erhielt Steffen Maier (45) Prokura und agiert nun als Vertriebsleiter, Sandra Knoblauch (43) ergänzt als Teamleiterin den Führungskreis. Die übergeordnete Position des Bereichsleiters Betriebe ist bereits seit zwei Jahren mit Wolfgang Fritsch (62) besetzt.

„Wir brauchen beides“, sagt Geschäftsführerin Beate Schwarz zur Mischung aus jungen und erfahrenen Führungskräften. Der Generationswechsel sei ein Prozess über mehrere Jahre. „Dabei achten wir darauf, dass es einen klugen Mix an Persönlichkeiten gibt“, betont die geschäftsführende Gesellschafterin. Wobei die jungen Führungskräfte gezielt mit anspruchsvollen Projekten betraut werden – von der Wirtschaftlichkeitsanalyse der PET-Anlage in Eislingen bis zur möglichen Automatisierung durch KI-gestützte Sortiertechnik.

Das neue Geschäftsfeld kommunale Wärmenetze soll künftig bundesweit Umsatz generieren. Wie aktuell im benachbarten Eislingen und im rheinhessischen Ingelheim entwickelt die Firmengruppe auch für andere Gemeinden Konzepte für CO2-neutrale Wärmeversorgung. Das Modell: Die Firma betreibt Pyrolyse-Anlagen, auf denen sie Pflanzenkohle produziert und die dabei entstehende Wärme an kommunale Quartiere oder Stadtteile liefert.

„Der Vorteil ist, dass wir die Wärme günstig abgeben können, wodurch die Kommunen Energiekosten sparen“, erläutert Lehle. Durch den Ersatz fossiler durch biogene Brennstoffe leisten die Kommunen zudem einen positiven Beitrag zu ihren Klimabilanzen. Die Pflanzenkohle ist ein verkaufsfähiges Nebenprodukt, das überwiegend in der Landwirtschaft und in Erdenbetrieben eingesetzt wird.

Die Nachfrage ist bereits jetzt größer als die Produktion: Die drei bestehenden Anlagen sind ausverkauft. Die Jahresproduktion liegt aktuell bei 800 Tonnen. Fremdmengen müssen zugekauft werden. Parallel erschließt das Unternehmen den Markt für Schwammstädte, bei denen Pflanzenkohle zur Wasserspeicherung eingesetzt wird.

Das Geschäftsjahr 2025 verlief für die Firmengruppe „seitwärts“, wie Schwarz sagt. Der Umsatz lag bei knapp 46 Millionen Euro – etwa 1,3 Millionen niedriger als im Vorjahr. Bei der Abfallentsorgung, dem Kerngeschäft, sinke das regionale Aufkommen seit Jahren. Grund ist die Deindustrialisierung im Filstal.

Preiserhöhungen dienen lediglich dazu, gestiegene Fremdkosten weiterzugeben – allen voran die CO2-Abgabe, die dieses Jahr von 55 auf 65 Euro pro Tonne ansteigt – und 2027 auf 85 Euro. Die Prognose für das laufende Jahr: weitere Stabilisierung auf niedrigem Niveau und Aufräumarbeiten bei unrentablen Geschäften.

Umso wichtiger werden die neuen Geschäftsfelder. Neben der kommunalen Wärmeplanung läuft das Wasserstoff-Projekt GHT weiter, das mittlerweile auch Kunststoffabfälle aufspalten kann. „Hier sehen wir eine entstehende Marktnachfrage als Alternative zur Müllverbrennung“, so Schwarz.

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